19. Juni 2024

Mitarbeitende für Nachhaltigkeit begeistern:

Erfolgsstrategien für die CSRD

Text: Juni 2024 | Autorin: Melanie Peschel, Gründerin Tracemaker 


Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen und bietet gleichzeitig immense Chancen, nachhaltiges Wirtschaften in den Unternehmensalltag zu integrieren. Dass sie das für ihre Organisation wahrnehmen, haben mir auch einige meiner Geschäftskontakte immer wieder bestätigt. 

Doch um die Ziele der CSRD erfolgreich zu erreichen, ist es entscheidend, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einem Strang ziehen und sich engagieren. Denn: CSRD ist Teamarbeit - so viel ist klar. Höchste Zeit, ein paar effektive Motivationsstrategien zu teilen. Achtung: Was jetzt kommt ist nicht nobelpreisverdächtig, aber:

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es oft einen simplen ersten Schritt braucht. Es muss nicht gleich die krasse Großveranstaltung in der Firma sein, um gut zu informieren und mitzunehmen. Manchmal sind es auch die kleinen Dinge, die zählen, um deine Kolleginnen und Kollegen für etwas Neues - hier konkret die CSRD – zu begeistern und aktiv einzubinden.

Interessiert am Thema Stakeholder-Kommunikation im Kontext der Corporate Sustainability Reporting Directive (EU-Nachhaltigkeitsberichtspflicht)? Hole dir hier den Faktencheck “5 Fragen, 5 Antworten”.

Die Bedeutung von Engagement und Unterstützung

Die Einführung der CSRD erfordert nicht nur technisches Wissen und strategische Planung, sondern auch das Engagement und die Unterstützung aller Mitarbeitenden, von denen Zahlen, Daten und Fakten gefordert sind. Zur Erinnerung: Bei manchen Firmen läuft es darauf hinaus, dass rund 1000 Datenpunkte gesammelt, evaluiert und reportet werden müssen…da kommt schon was zusammen aus den Abteilungen Personal, Einkauf, Produktion, Qualitätssicherung, Umweltschutz, Logistik, IT, Controlling - je nachdem, wie euer Unternehmen aufgestellt ist.

Eines ist klar: Motivierte Menschen sind produktiver, innovativer und tragen aktiv zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele viel effektiver bei. Ohne ihre Unterstützung können selbst die besten Strategien ins Stocken geraten. Es ist daher entscheidend, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das Motivation und Engagement fördert.


Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg

Transparente und offene Kommunikation ist der Schlüssel, um das Vertrauen der Mitarbeitenden zu gewinnen. Sehr banal - ich habe dich, liebe Leserin oder lieber Leser, vorgewarnt - aber eben wie die Praxis zeigt nicht selbstverständlich:

Informiere dein Umfeld im Unternehmen regelmäßig über die Ziele, Fortschritte und Herausforderungen der CSRD-Umsetzung. Habt ihr denn schon mal darüber informiert, dass die CSRD ansteht? Oder ihr orientiert euch gerade in Sachen konkreter Projektierung? Wenn nein: Macht es. Allein die Tatsache, dass alle wissen: Da kommt was, was unser Unternehmen positiv in Richtung mehr Nachhaltigkeit bewegt, ist schon die Nachricht wert.

Es muss dafür nicht gleich die große Kommunikationsoffensive sein. Ein Agenda-Punkt in einem passenden Meeting für die CSRD, eine Rundmail, ein Posting im Intranet oder ein FAQ-Workshop wären schon ein Anfang, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeitenden auf dem neuesten Stand sind. Transparenz fördert das Gefühl der Zugehörigkeit und motiviert alle, aktiv teilzuhaben. Bald wirst du auf dieses Pfund der frühzeitigen Information zurückgreifen können.


Aktive Einbindung der Mitarbeitenden

Was wirklich super wichtig ist: Die Mitarbeitenden frühzeitig nicht nur informieren, sondern aktiv in den Prozess der CSRD-Umsetzung einbinden. Das heißt: Möglichkeiten schaffen, bei denen sie ihre Ideen und Vorschläge einbringen können. Konkret zu diesen Fragen:

  • wie lässt sich der Prozess organisieren?
  • wo lauern Ineffektivitäts-Fallen?
  • was sind die größten Hebel, um CSRD-relevante Aufgaben zu erledigen?
  • wer sind die Schlüsselpersonen im Unternehmen?
  • was könnte zu Stolperfallen führen?

Diese Fragen muss nicht eine Person alleine beantworten. Klar ist der- oder diejenige mit dem Titel “Nachhaltigkeitsmanagment” - ob Vollzeit, interimsweise oder neu dazu erkoren – dafür zuständig, den roten Faden zu spannen. Aber die o.g. Fragen gehen viel mehr Leute etwas an, als nur einen einzelnen Kopf. Damit darf dann auch die Beantwortung dieser Fragen an die Gruppe übergeben werden.

Das ist natürlich zu komplex für eine simple Rundmail. Dafür braucht es ein bisschen straffere Organisation in Form von regelmäßigen Arbeitsgruppentreffen. Was sich bewährt hat, wie ich immer wieder höre und auch erlebe: Ein wöchentlicher 45-minütiger Jour fixe für das Thema CSRD, ein monatlicher Workshop mit mehr Zeit für den Austausch und das gemeinsame Arbeiten an Aufgabenblöcken.

Wichtig ist, dass die Meetings immer so gestaltet werden, dass alle Beteiligten das Gefühl haben: ihre Meinungen und Beiträge erfahren Wertschätzung.


Schulungen und Weiterbildung

Es geht nicht ohne. Man kann sich vieles über Literatur im Web und Fachbücher anlesen, aber dennoch: Schulungen und Weiterbildungsprogramme sind besonders hilfreich, wenn es darum geht, konkret die eigenen Anforderungen zu spiegeln und zu diskutieren. Das geht nicht bei jeder Schulung, daher ergibt es Sinn, hier umsichtig auszuwählen: Wo genügt es, sich lediglich Wissen anzueignen, ohne die eigenen Anforderungen in den Mittelpunkt zu stellen und wo ergibt es mehr Sinn, am eigenen Projekt zu diskutieren? Eines ist klar: Gut informierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fühlen sich sicherer und kompetenter, was ihre Motivation und ihr Engagement steigert. Investiere also in interne und externe Workshops und Seminare, um dein / das Team kontinuierlich weiterzubilden.

Hier 3 kreative Ideen in Stichpunkten, wie Du eine interne Weiterbildung oder Mini-Schulung organisieren kannst – ausführlicher dann beim nächsten Mal.

  1. Ein Barcamp organisieren. Macht ein Kunde von mir derzeit…und, Hinweis: Das Barcamp meines Kunden wird im November stattfinden. Wir sind jetzt im Juni schon in vollem Gange in der Planung. Sowas geht nicht von heute auf morgen. Was ein Barcamp ist und wie das genau ausschauen kann schreibe ich in einem meiner nächsten Impulsletter.
  2. Gamification-Ansätze verwenden…das betone ich immer wieder gern und habe es über die Jahre immer wieder positiv erlebt: Durch spielerische Elemente wird die Motivation der Mitarbeitenden gesteigert und das Lernen macht mehr Spaß. 
  3. Eine “Podiumsdiskussion” mit Chat GPT als “Gast”. Dafür habe ich mal vor einiger Zeit einen CSRD-GPT Bot gebaut (kann jeder easy nachbauen, mehr im Newsletter). Die Podiumsrunde ist also in “Diskussion” mit der KI. Die Kolleginnen und Kollegen schauen via MS Teams zu und geben über den Chat ihre Publikumsfragen mit rein.


Anerkennung und Wertschätzung

Jetzt denkst du vielleicht - dass das jetzt WIRKLICH banal ist. Nein, ist es nicht. Man kann es nicht oft genug wiederholen. Lob und Anerkennung sind wichtige Motivationsbooster. Erfolge und Fortschritte gemeinsam feiern, die Leistungen der Leute honorieren durch ein wertschätzendes DANKE - das macht den Unterschied. Auch beim CSRD-Umsetzungsprojekt trennt sich hier sicherlich in 2024 und 2025 noch die Spreu vom Weizen: Die Unternehmen, die das Mammutprojekt zum Teamprojekt machen und jene, die das einfach durchboxen, um letztlich das Ergebnis dem Wirtschaftsprüfer vorlegen zu können. Letzteres ist auch OK, aber da bleibt viel Potenzial auf der Strecke.


Nachhaltigkeit als Kernwert der Unternehmenskultur

Das Lob übrigens ist oft nicht die einzige Motivation. Für so viele Menschen ist die Ausrichtung nach mehr Nachhaltigkeit ein Bedürfnis, das in der Praxis von Unternehmen noch wenig bedient wird. Wenn es euch also gelingt, eine Unternehmenskultur zu fördern, die Nachhaltigkeit als Kernwert integriert: Chapeau.

Wenn Nachhaltigkeit und verantwortungsvolles Handeln Teil der täglichen Arbeitsroutinen sind, fühlen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärker mit den Anforderungen der Mammutaufgaben, die mit der CSRD verbunden sind.


Gemeinsam erfolgreich: Die CSRD umsetzen

Die erfolgreiche Umsetzung der CSRD hängt also maßgeblich vom Engagement und der Motivation deiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab. Durch transparente Kommunikation, aktive Einbindung, kontinuierliche Weiterbildung, Anerkennung und die Förderung einer nachhaltigen Unternehmenskultur kannst du die Leute dazu bringen, sich voll und ganz für die CSRD zu engagieren – obwohl es ein neuer Berg an Arbeit auf jedem Schreibtisch bedeutet.

Beginne noch heute mit der Planung deiner individuellen Mitarbeitenden-Beteiligungs-Strategie und beobachte, wie ihr als Team gemeinsam auf ein nachhaltigeres und verantwortungsvolleres Handeln zusteuert.

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Für Aktivisten, Denker und Strategen:

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Frau die an einem Schreibtisch sitzt und in ein Notizbuch schreibt.

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