1. April 2024

Change Kommunikation

CSRD, EU-Richtlinien 2024

Gamification als Schlüssel zur erfolgreichen CSRD-Implementierung

Überwindung des NIMBY-Syndroms in Unternehmen

Melanie Peschel

Text: April 2024 | Autorin: Melanie Peschel, Gründerin Tracemaker 

Das NIMBY-Phänomen im Unternehmenskontext: Veränderungsängste verstehen

Der Begriff "Not In My Backyard" (NIMBY) findet oft Verwendung in Debatten um lokale Entwicklungsprojekte wie Windkraftanlagen. Er beschreibt die Haltung von Menschen, die grundsätzlich eine positive Einstellung zu Veränderungen wie der Energiewende oder nachhaltigen Entwicklungen haben, solange sie nicht unmittelbar in ihrem persönlichen Umfeld stattfinden. Diese Haltung lässt sich überraschend gut auf die Welt der Unternehmen übertragen, insbesondere im Kontext der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die Unternehmen zu mehr Transparenz in Sachen Nachhaltigkeit verpflichtet.

In den meisten Fällen begrüßen Mitarbeitende in Unternehmen den Transformationspfad hin zu mehr Nachhaltigkeit und den Wandels hin zu mehr Umweltfreundlichkeit in der ganzen Wertschöpfungskette und auch soziale Gerechtigkeit. Sie erkennen die Notwendigkeit des Wandels an und unterstützen ihn – aber: Bis es um die Umsetzung in ihrem eigenen Arbeitsbereich geht. Hier zeigen sich Parallelen zum NIMBY-Phänomen: Die Angst vor Veränderung und der Wunsch, an vertrauten Routinen festzuhalten, stehen einem nachhaltigen Wandel im Weg. Routinen bieten Sicherheit und Komfort, und die Aussicht, diese aufgeben zu müssen, kann Widerstände hervorrufen.


Die Herausforderungen der CSRD-Umsetzung meistern: Warum Routinen brechen schwerfällt

Die Einführung der CSRD bringt genau diese Art von Veränderung mit sich. Unternehmen müssen ihre Prozesse anpassen, um den neuen Reporting-Anforderungen gerecht zu werden. Dies bedeutet oft einen Bruch mit gewohnten Abläufen und die Notwendigkeit, neue Verfahren zu erlernen und zu implementieren. Ähnlich wie bei der NIMBY-Problematik in lokalen Gemeinschaften, wo der Widerstand gegen Erneuerbare Energien-Projekte wie Windkraftanlagen oft aus einer tief verankerten Emotionalität resultieren ist, liegt auch im Unternehmenskontext die Herausforderung darin, die Mitarbeitenden von der Notwendigkeit und den Vorteilen der Veränderung zu überzeugen.


Neugier wecken, Dialog fördern: Gamification-Ansätze zur Unterstützung der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Hier bieten Gamification-Ansätze eine vielversprechende Lösung. Indem man den Prozess der Anpassung an die CSRD-Anforderungen spielerisch gestaltet, kann man die natürliche Neugier und den Spieltrieb der Menschen wecken. Spielelemente können dazu beitragen, Lernprozesse zu vereinfachen, Engagement zu fördern und die Dialogbereitschaft zu erhöhen. Durch die Integration von Gamification in die Strategie zur Umsetzung der CSRD kann die anfängliche Ablehnung in Akzeptanz und sogar Begeisterung für den Wandel umgewandelt werden.

Die Verbindung von NIMBY und CSRD mag auf den ersten Blick weit hergeholt erscheinen, doch beide Phänomene beruhen auf ähnlichen menschlichen Emotionen und Widerständen gegen Veränderungen. Der Schlüssel zur Überwindung dieser Hürden liegt in der Schaffung eines Umfelds, in dem Lernen und Anpassung nicht nur notwendig, sondern auch spannend und belohnend sind. Durch den Einsatz von Gamification kann die Einführung der CSRD von einer Herausforderung zu einer Gelegenheit für Innovation und persönliches Wachstum werden. Letztendlich geht es darum, einen positiven und offenen Dialog über Nachhaltigkeit in Unternehmen zu fördern, bei dem jeder Einzelne sich aktiv einbringen kann und möchte. 

Dass "Serious Games", wie es auch oft bezeichnet wird, einen positiven Effekt auf Veränderungs-Wegen im betrieblichen Umfeld haben, zeigen viele Best Practice Cases. Das Konzept ist schon seit Jahrzehnten bewährt und braucht oft in der praktischen Umsetzung gar nicht "das Neueste vom Neuen", sondern kann vielfach mit einfachen Spielmechanismen realisiert werden. In meinem CSRD & Change-Kurs zeige ich meinen Teilnehmenden zahlreiche solcher Best-Practices, wie Gamification den internen Stakeholder-Dialog bereichert und ein Umdenken positiv triggert. Mehr dazu gibt es auch in dem von mir angebotenen und kostenfreien Live-Webinar am 17. April 2024, mehr dazu unten. 


Ein Gamification-Ansatz, um die CSRD ins Gespräch zu bringen

Nachhaltigkeits-Quests

Konzept: Mitarbeitende erhalten Aufgaben oder "Quests", die sie erfüllen müssen, welche direkt mit der Verbesserung der Nachhaltigkeits-KPIs und der Nachhaltigkeitsberichterstattung zusammenhängen.

Dies könnten Quick Wins wie die Reduktion des persönlichen Papierverbrauchs bis hin zu komplexen Verbesserungen von Prozessen in Einkauf, Produktion und Qualitätssicherung bis hin zur Teilnahme an Schulungen zum Thema nachhaltiges Wirtschaften reichen. 

Umsetzung: Jede erfolgreich abgeschlossene Quest bringt Punkte oder Abzeichen, die auf einer internen Plattform geteilt werden. Erreichen Mitarbeitende bestimmte Meilensteine, könnten sie Zugang zu speziellen Belohnungen oder Anerkennungen erhalten.

Kritik: Eine solche Quest bedarf einer mittelfristigen Vorbereitung von mehreren Monaten - ich empfehle fünf Monate Vorlauf. Sie muss von Seiten des Top-Managements abgesegnet sein und darf nicht als interne Marketing-Kampagne rüberkommen. Es muss klar werden, dass die Quest integraler Bestandteil einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmensstrategie ist. Sollte es eine solche Unternehmensstrategie noch nicht geben, ist der Zeitpunkt für Gamification zu früh gewählt, denn es gilt: Erst die strategische Basis macht die partizipative Einbindung von Mitarbeitenden glaubwürdig.

Corporate Sustainability Reporting Directive

CSRD - europaweit seit 2024 für die Wirtschaft gültig

CSRD-Implementierung - spielend einfach? Nicht wirklich, aber umso einfacher, wenn Gamification-Elemente den internen Change auflockern. Gewusst? CSRD steht für Corporate Sustainability Reporting Directive und hieß vor ihrer offiziellen Inkraftsetzung seitens der EU noch Corporate Social Reporting Directive, das Wort Sustainability wurde erst in einer späteren Phase als die passende Bezeichnung eingeführt.

Eine junge Frau mit einem Blatt Papier und Stift in der Hand hört ihrem Kollegen bei einem Meeting zu.

Tipps für (angehende) Nachhaltigkeits-Managerinnen und Manager

STRATEGISCHE KOMMUNIKATIONSPLANUNG AN ERSTER STELLE

Sofort loslegen können Nachhaltigkeitsmanager, indem sie:

  • ...Gamification in Unternehmen forcieren: Es ist immer ein Gewinn, den Einsatz spielerischer Elemente im Unternehmenskontext einzuplanen – gerade auch in Hinblick auf die Implementierung neuer Prozesse, um den Anforderungen der CSRD gerecht zu werden
  • ...sicherstellen, dass ihre Change-Kommunikation die internen und natürlich auch externen Stakeholder über ihre Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit informiert und Vertrauen schafft.
  • ... das NIMBY-Phänomen vor Augen halten: Widerstand gegen Veränderungen im eigenen Umfeld sind menschlich - damit proaktiv umgehen heißt, Änderungen gemeinschaftlich anzupacken
  • .... Routinen im Unternehmen im Blick haben: bestehende, liebgewonnen Arbeitsroutinen bieten Sicherheit und können nicht von einen Tag auf den anderen aufgebrochen werden – das erfordert Geduld und Empathie 
  • ... in den Dialog gehen: Kommunikation und Austausch zum Thema Nachhaltigkeit ist das A und O für einen erfolgreichen Change.

Webinar "CSRD-Richtlinien 2024 im Unternehmen managen: 3-Schritte-Anleitung"

DEIN GAMECHANGER-TAG: WEBINAR FÜR 0 EURO AM 17.4.24

Das Thema ist für dich relevant? Am 17.4.24 findet mein Webinar zu genau diesem Themenfeld statt. Alles dazu ist hier verlinkt. Zur Webinar-Anmeldung.

Für Aktivisten, Denker und Strategen:

Dein Impuls-Letter für mehr spielerische Leichtigkeit im Business. Jetzt abonnieren und wertvollen Input rund um Gamification, Nudging und Storytelling in Projektmanagement und Stakeholderkommunikation erhalten.

Frau die an einem Schreibtisch sitzt und in ein Notizbuch schreibt.

*Hiermit meldest Du dich zur Mailingliste von Tracemaker Trainings an und bekommst regelmäßige Newsletter zu unseren Themen. Deine Daten wie Vor- und Nachname sowie E-Mailadresse werden sorgsam nur für den Newsletter-Versand genutzt und natürlich nicht an Unbefugte weitergegeben. Mehr dazu auf unserer Datenschutzerklärung. Mit nur einem Klick wieder abbestellbar.